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SGLT2-Hemmer bei Hufrehe – neue Hoffnung für Pferde mit Insulindysregulation oder doch nur ein Teil der Lösung?

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Wenn das eigene Pferd unter Hufrehe leidet, beginnt für viele Pferdemenschen eine Zeit, in der sich plötzlich fast alles um seine Gesundheit dreht. Man beschäftigt sich mit der Fütterung, hinterfragt die Haltung, informiert sich über Insulinwerte, Stoffwechselerkrankungen und mögliche Behandlungen und versucht, möglichst keine Entscheidung zu treffen, die einen weiteren Reheschub begünstigen könnte. Besonders belastend wird es dann, wenn man bereits unglaublich viel verändert hat, das Pferd aber trotzdem nicht richtig stabil wird und die Sorge vor dem nächsten Schub zum ständigen Begleiter geworden ist.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl, wenn du dein Pferd morgens auf der Koppel oder im Stall beobachtest und dich zunächst fragst, ob es heute wirklich gut läuft, ob es sich normal bewegt oder ob du bereits wieder die ersten Anzeichen einer Verschlechterung erkennst. Gerade wenn ein Pferd schon mehrere Reheschübe hinter sich hat, verschwindet diese Unsicherheit oft nicht einfach mit dem Abklingen der akuten Beschwerden, denn im Hinterkopf bleibt die Frage, warum es überhaupt so weit gekommen ist und was du tun kannst, damit sich diese Situation möglichst nicht wiederholt.

Wenn dann von einem Medikament berichtet wird, das bei Pferden mit einer Insulindysregulation die Insulinwerte innerhalb weniger Wochen deutlich senken kann, ist es nur verständlich, dass damit neue Hoffnung entsteht. Genau deshalb werden die sogenannten SGLT2-Hemmer inzwischen auch in der Pferdemedizin zunehmend diskutiert, denn erste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen tatsächlich bemerkenswerte Veränderungen der Insulinkonzentrationen.

Allerdings lohnt es sich, genauer hinzuschauen, bevor wir daraus schließen, dass wir damit auch die Hufrehe dauerhaft in den Griff bekommen. Denn ein Medikament, das einen bestimmten Stoffwechselwert beeinflusst, verändert nicht zwangsläufig auch die Ursachen, die zur Erkrankung beigetragen haben. Gleichzeitig zeigen die bisherigen Studien, dass die Behandlung mit SGLT2-Hemmern Risiken mit sich bringen kann, die gerade bei stoffwechselkranken Pferden sorgfältig berücksichtigt werden müssen.

Ich möchte deshalb heute mit dir anschauen, wie diese Medikamente funktionieren, was wir aus den bisherigen Studien tatsächlich ableiten können und bei welchen Pferden eine solche Behandlung möglicherweise sinnvoll sein könnte. Vor allem möchte ich aber auch erklären, warum ich persönlich der Meinung bin, dass wir bei aller Hoffnung auf neue Medikamente den Blick auf die gesamte Stoffwechselsituation des Pferdes nicht verlieren sollten.

Warum spielt Insulin bei Hufrehe überhaupt eine so große Rolle?

Um zu verstehen, weshalb SGLT2-Hemmer bei Pferden mit Hufrehe überhaupt interessant sein könnten, müssen wir zunächst einen Blick auf den Insulinstoffwechsel werfen, denn gerade bei der sogenannten insulinassoziierten Hufrehe spielt dieses Hormon eine entscheidende Rolle.

Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und ist unter anderem daran beteiligt, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Wenn ein Pferd Zucker oder Stärke über sein Futter aufnimmt, werden diese Kohlenhydrate während der Verdauung verarbeitet und der Körper reagiert darauf mit einer entsprechenden Insulinausschüttung. Bei einem stoffwechselgesunden Pferd funktioniert diese Regulation normalerweise zuverlässig, sodass der Insulinspiegel passend zur jeweiligen Situation ansteigt und anschließend wieder absinkt.

Bei Pferden mit einer Insulindysregulation ist dieses Zusammenspiel dagegen gestört, wodurch der Körper beispielsweise nach einer Zuckeraufnahme ungewöhnlich hohe Insulinmengen ausschütten kann oder die Insulinkonzentration über längere Zeit erhöht bleibt. Solche Veränderungen treten häufig im Zusammenhang mit dem Equinen Metabolischen Syndrom, kurz EMS, auf, können aber auch bei Pferden mit PPID, einer hormonellen Erkrankung, die früher häufig als Equines Cushing bezeichnet wurde, eine wichtige Rolle spielen.

Das eigentliche Problem besteht darin, dass stark erhöhte Insulinkonzentrationen nicht nur einen auffälligen Laborwert darstellen, sondern die empfindlichen Strukturen im Huf schädigen können. Bei der insulinassoziierten Hufrehe wird die Verbindung zwischen Hufbein und Hufkapsel beeinträchtigt, wodurch es zu erheblichen Schmerzen und im weiteren Verlauf möglicherweise zu schwerwiegenden Veränderungen innerhalb des Hufes kommen kann.

Deshalb ist es bei Pferden mit einer ausgeprägten Insulindysregulation so wichtig, die Insulinbelastung möglichst gut zu kontrollieren und gleichzeitig zu verstehen, welche Faktoren dazu beitragen, dass der Stoffwechsel überhaupt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Denn je stärker und länger die Insulinwerte erhöht bleiben, desto wichtiger wird die Frage, wie wir diese Situation verbessern und das Risiko weiterer Reheschübe möglichst reduzieren können.

Genau an dieser Stelle setzt die Idee an, SGLT2-Hemmer auch bei Pferden einzusetzen.

Was sind SGLT2-Hemmer und wie wirken sie im Körper des Pferdes?

Hinter der zunächst etwas kompliziert klingenden Bezeichnung SGLT2 verbirgt sich ein Transportprotein in den Nieren, dessen Aufgabe darin besteht, Glukose, also Traubenzucker, aus dem entstehenden Urin wieder zurück in den Blutkreislauf zu transportieren. Normalerweise versucht der Körper auf diese Weise, möglichst wenig Glukose über die Nieren zu verlieren, weil sie ihm als Energieträger zur Verfügung stehen soll.

SGLT2-Hemmer blockieren einen Teil dieses Rücktransports, sodass mehr Glukose über den Urin ausgeschieden wird und sich dadurch auch die Blutzucker- und Insulinregulation verändern kann. Das Besondere an diesem Mechanismus ist, dass die Medikamente nicht unmittelbar an der Bauchspeicheldrüse ansetzen, sondern über die Nieren beeinflussen, wie viel Glukose dem Körper zur Verfügung steht und wie stark die Insulinausschüttung ausfällt.

Zu den Wirkstoffen, die inzwischen bei Pferden wissenschaftlich untersucht wurden, gehören unter anderem Canagliflozin, Ertugliflozin, Velagliflozin und Dapagliflozin. Ursprünglich stammen diese Medikamente aus der Humanmedizin, inzwischen beschäftigt sich aber auch die Pferdemedizin zunehmend mit der Frage, ob sie bei schwer kontrollierbaren Insulindysregulationen eine zusätzliche Behandlungsmöglichkeit darstellen könnten.

Wenn wir uns diesen Wirkmechanismus genauer anschauen, wird allerdings bereits ein wichtiger Unterschied deutlich: Ein SGLT2-Hemmer kann die Insulinkonzentration beeinflussen, indem er die Glukoseausscheidung über die Nieren verändert, aber er beseitigt damit nicht automatisch die Faktoren, die überhaupt zu einer gestörten Insulinregulation beigetragen haben.

Ob ein Pferd beispielsweise stark übergewichtig ist, seine Fütterung nicht zum tatsächlichen Energiebedarf passt oder weitere gesundheitliche Belastungen vorliegen, wird durch diesen Mechanismus zunächst nicht verändert. Trotzdem kann eine deutliche Senkung der Insulinwerte gerade bei schwer betroffenen Pferden interessant sein, weshalb sich ein genauer Blick auf die bisherigen Studien lohnt.

Was zeigen die bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen?

Eine der aussagekräftigeren Untersuchungen wurde 2026 veröffentlicht und beschäftigte sich mit der Wirkung von Canagliflozin bei 42 Pferden mit Insulindysregulation. Die Studie war randomisiert, doppelt verblindet und placebokontrolliert, was bedeutet, dass die Ergebnisse unter vergleichsweise gut kontrollierten Bedingungen erhoben wurden und sich die behandelten Pferde mit einer Kontrollgruppe vergleichen ließen.

Nach vier Wochen zeigte sich bei den Pferden, die Canagliflozin erhalten hatten, eine deutliche Abnahme der Insulinantwort auf einen oralen Zuckertest. Während das maximale Insulin in der Placebogruppe bei ungefähr 289 µIU/ml lag, wurden in den beiden Behandlungsgruppen Werte von rund 122 beziehungsweise 109 µIU/ml gemessen. Das ist eine erhebliche Veränderung, die deutlich macht, dass dieser Wirkstoff bei vielen Pferden tatsächlich einen starken Einfluss auf die Insulinregulation haben kann.

Ähnliche Ergebnisse zeigte eine kontrollierte Untersuchung mit Velagliflozin, an der 37 Pferde mit Insulindysregulation teilnahmen. Auch hier lagen die Insulinwerte der behandelten Tiere deutlich unter denen der Placebogruppe, was die bisherigen Erkenntnisse zur insulinsenkenden Wirkung dieser Medikamentengruppe zusätzlich unterstützt.

Besonders interessant ist außerdem eine 2023 veröffentlichte Fallserie mit 51 Pferden, die nicht nur stark erhöhte Insulinwerte aufwiesen, sondern bereits unter Hufrehe litten. Nach einer 30-tägigen Behandlung mit Ertugliflozin sank der dokumentierte Insulinmedian von einem Ausgangswert oberhalb der Messgrenze von 300 auf 43 µIU/ml. Gleichzeitig verbesserten sich die klinischen Hufrehewerte deutlich, denn der sogenannte modifizierte Obel-Score, mit dem die Schwere der Hufrehesymptome beurteilt wird, sank im Median von 10 auf 1 von maximal 12 Punkten.

Gerade für Pferdemenschen, deren Pferde bereits mehrere schmerzhafte Reheschübe durchgemacht haben, klingen solche Ergebnisse natürlich ausgesprochen hoffnungsvoll. Allerdings müssen wir bei der Interpretation vorsichtig bleiben, denn diese Untersuchung hatte keine unbehandelte Kontrollgruppe. Deshalb lässt sich nicht eindeutig feststellen, wie viel von der beobachteten Verbesserung tatsächlich auf das Medikament zurückzuführen war und welchen Anteil die begleitende Hufrehebehandlung, Veränderungen im Management oder der natürliche Krankheitsverlauf hatten.

Auch die kontrollierten Studien konzentrierten sich vor allem darauf, wie sich die Insulinwerte verändern, und nicht darauf, ob die behandelten Pferde langfristig tatsächlich weniger Reheschübe entwickeln. Das ist ein entscheidender Unterschied, denn eine nachgewiesene Insulinsenkung ist noch kein wissenschaftlicher Beweis dafür, dass ein Medikament auch die Entstehung weiterer Hufreheerkrankungen zuverlässig verhindert.

Hinzu kommt, dass nicht jedes Pferd gleich gut auf die Behandlung reagiert. In einer ebenfalls 2026 veröffentlichten Feldstudie mit 70 Pferden zeigte sich zwar bei vielen Tieren eine deutliche Verbesserung der Insulinwerte, allerdings war bei neun Pferden überhaupt keine Abnahme festzustellen. Auch das verdeutlicht, dass wir es nicht mit einer Behandlung zu tun haben, die bei jedem Pferd automatisch den gewünschten Effekt erzielt.

Was wir auf Grundlage der bisherigen Forschung also sagen können, ist, dass SGLT2-Hemmer bei vielen Pferden mit Insulindysregulation die Insulinkonzentration deutlich senken können. Was uns dagegen noch fehlt, sind ausreichend aussagekräftige Langzeituntersuchungen, die zeigen, wie sich diese Behandlung auf die tatsächliche Häufigkeit von Hufrehe, auf mögliche Rückfälle und auf die langfristige Gesundheit der Pferde auswirkt.

Welche Risiken bringen SGLT2-Hemmer mit sich?

So interessant die bisherigen Ergebnisse auch sind, gibt es einen Punkt, der in mehreren Untersuchungen auffällt und den ich persönlich besonders ernst nehmen würde: den teilweise erheblichen Anstieg der Triglyzeride.

Triglyzeride sind Blutfette, die im Körper unter anderem als Energiereserve dienen und deren Konzentration sich verändern kann, wenn der Fettstoffwechsel stärker beansprucht wird. Gerade bei Pferden und Ponys können ausgeprägte Veränderungen des Fettstoffwechsels problematisch werden, weil sehr hohe Blutfettwerte mit ernsthaften Stoffwechselstörungen verbunden sein können.

In der Canagliflozin-Studie von 2026 lag der mittlere Triglyzeridwert in der Placebogruppe bei ungefähr 0,5 mmol/l, während er in den beiden Behandlungsgruppen abhängig von der Dosierung auf etwa 1,3 beziehungsweise 2,9 mmol/l anstieg. Besonders auffällig war dabei, dass in der Gruppe mit der höheren Dosierung fünf von vierzehn Pferden einen Wert von mehr als 5 mmol/l erreichten.

Auch in der Velagliflozin-Studie wurden deutliche Veränderungen beobachtet, denn acht Pferde mussten im Studienverlauf ausgeschlossen werden, nachdem ihre Triglyzeridwerte auf mindestens 1.000 mg/dl angestiegen waren. Das zeigt, dass wir es hier nicht einfach mit einer unbedeutenden Veränderung einzelner Laborwerte zu tun haben, sondern mit einem Risiko, das bei der Entscheidung für oder gegen eine Behandlung unbedingt berücksichtigt werden muss.

Besonders wichtig ist dabei, dass stark erhöhte Triglyzeridwerte nicht zwangsläufig sofort durch äußerlich erkennbare Symptome auffallen müssen. Ein Pferd kann zunächst einen relativ unauffälligen Eindruck machen, obwohl sich im Blut bereits Veränderungen zeigen, die tierärztlich beurteilt werden müssen.

Deshalb gehört zu einer solchen Behandlung unbedingt eine engmaschige tierärztliche Überwachung, bei der nicht nur die Insulinwerte, sondern insbesondere auch die Triglyzeride, das Körpergewicht, das Fressverhalten und der allgemeine Gesundheitszustand kontrolliert werden. Gleichzeitig muss natürlich weiterhin beobachtet werden, wie sich die Hufrehe entwickelt und ob die angestrebte Verbesserung tatsächlich eintritt.

Ein weiterer Punkt ist die bisher begrenzte Erfahrung mit einer längerfristigen Anwendung. Viele der vorliegenden Studien liefen nur über wenige Wochen oder Monate, sodass noch nicht zuverlässig beurteilt werden kann, welche Risiken bei einer längeren Behandlung entstehen könnten, welche Dosierung langfristig am sinnvollsten wäre und welche Pferde möglicherweise besonders empfindlich reagieren.

Außerdem handelt es sich nach dem vorliegenden Evidenzbericht bei den untersuchten SGLT2-Hemmern nicht um für die Insulindysregulation beim Pferd zugelassene Medikamente. Ob eine Anwendung im Einzelfall rechtlich möglich und medizinisch vertretbar ist, muss deshalb sorgfältig tierärztlich geprüft werden.

Auch die finanziellen Aspekte sollte man nicht vollständig ausblenden, denn neben den Medikamentenkosten können durch die notwendigen regelmäßigen Untersuchungen weitere Ausgaben entstehen. Wie hoch diese tatsächlich ausfallen, hängt allerdings von der individuellen Behandlung ab; konkrete Kostenangaben enthält der vorliegende Evidenzbericht nicht.

Für welche Pferde könnte eine Behandlung mit SGLT2-Hemmern sinnvoll sein?

Wenn ich mir die bisherigen Forschungsergebnisse anschaue, sehe ich durchaus Situationen, in denen eine solche Behandlung interessant sein könnte, allerdings denke ich dabei vor allem an Pferde mit einer besonders schweren und bislang nur unzureichend kontrollierbaren Insulindysregulation.

Das können beispielsweise Pferde sein, die extrem hohe Insulinwerte aufweisen, möglicherweise unter ausgeprägtem Übergewicht leiden und bereits mehrere Reheschübe hinter sich haben, obwohl die Fütterung sorgfältig angepasst wurde, das Management konsequent auf die Erkrankung abgestimmt ist und eine umfassende tierärztliche Betreuung stattfindet.

Gerade bei solchen Pferden kann die Situation sehr schwierig werden, weil einerseits die dauerhaft hohen Insulinwerte ein erhebliches Risiko darstellen und andererseits die bisher umgesetzten Maßnahmen nicht ausreichen, um den Stoffwechsel ausreichend zu stabilisieren. In diesen Fällen halte ich es für nachvollziehbar, dass gemeinsam mit dem behandelnden Tierarzt auch über zusätzliche medikamentöse Möglichkeiten nachgedacht wird, sofern der mögliche Nutzen sorgfältig gegen die bekannten und noch ungeklärten Risiken abgewogen wird.

Ich sehe SGLT2-Hemmer deshalb durchaus als einen interessanten ergänzenden Ansatz für besonders schwierige Verläufe, bei denen die Insulinbelastung trotz eines gut abgestimmten Managements weiterhin sehr hoch bleibt. Gleichzeitig würde ich daraus aber keinesfalls ableiten, dass jedes Pferd mit EMS oder erhöhten Insulinwerten grundsätzlich eine solche medikamentöse Behandlung benötigt.

Denn damit kommen wir zu dem Punkt, der mir bei diesem Thema persönlich besonders wichtig ist.

Meine persönliche Einschätzung: Warum ich die Ursache nicht aus dem Blick verlieren möchte

Ich finde es gut und wichtig, dass sich die Pferdemedizin weiterentwickelt und auch neue Behandlungsmöglichkeiten untersucht, denn gerade bei schwer betroffenen Pferden kann jede zusätzliche therapeutische Option von großer Bedeutung sein. Die bisherigen Ergebnisse zu SGLT2-Hemmern sind wissenschaftlich interessant, und ich kann mir durchaus vorstellen, dass diese Medikamente bei einzelnen Pferden mit extrem hohen Insulinwerten und wiederkehrender Hufrehe eine sinnvolle Unterstützung darstellen können.

Trotzdem würde ich ihren Einsatz sehr zurückhaltend betrachten, denn aus meiner Sicht sollten wir uns bei jeder Stoffwechselerkrankung nicht nur fragen, wie wir einen auffälligen Laborwert möglichst schnell verbessern können, sondern vor allem, warum dieser Wert überhaupt entstanden ist und welche Faktoren dazu beitragen, dass er dauerhaft erhöht bleibt.

Wenn ein Pferd beispielsweise deutlich übergewichtig ist, seine Fütterung nicht zu seinem tatsächlichen Energiebedarf passt, es aufgrund seiner Haltung nur eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten hat oder weitere gesundheitliche Belastungen vorliegen, dann verschwinden diese Zusammenhänge nicht dadurch, dass wir die Glukoseausscheidung über die Nieren erhöhen. Das Medikament kann die Insulinwerte senken und damit möglicherweise eine wichtige Entlastung schaffen, aber es verändert nicht automatisch die Lebensbedingungen und gesundheitlichen Faktoren, die an der Entstehung oder Aufrechterhaltung der Stoffwechselstörung beteiligt sind.

Genau deshalb sehe ich eine solche medikamentöse Behandlung, wenn sie im Einzelfall notwendig erscheint, eher als ergänzende Maßnahme, deren Nutzen und Dauer regelmäßig überprüft werden sollten, während gleichzeitig weiter an den beeinflussbaren Ursachen gearbeitet wird. Ob und wann ein Medikament wieder abgesetzt werden kann, muss dabei selbstverständlich individuell tierärztlich entschieden werden, denn eine allgemein gültige Behandlungsdauer lässt sich aus den bisherigen Studien nicht ableiten.

Was mir besonders wichtig ist: Bei vielen Pferden mit EMS oder Insulindysregulation gibt es durchaus Möglichkeiten, die Stoffwechselsituation über Veränderungen in der Fütterung, im Gewichtsmanagement, in der Haltung und durch geeignete Bewegung deutlich zu verbessern. Die Bedeutung dieser Maßnahmen ist fachlich gut begründet, auch wenn sich aus den hier betrachteten SGLT2-Studien keine direkten Erfolgsquoten für ein solches Management ableiten lassen.

Natürlich bedeutet das nicht, dass jedes Pferd allein durch eine Futterumstellung wieder vollständig stoffwechselgesund wird, denn Veranlagung, Begleiterkrankungen und individuelle Besonderheiten spielen ebenfalls eine Rolle. Aber gerade deshalb halte ich es für

Natürlich bedeutet das nicht, dass jedes Pferd allein durch eine Futterumstellung wieder vollständig stoffwechselgesund wird, denn Veranlagung, Begleiterkrankungen und individuelle Besonderheiten spielen ebenfalls eine Rolle. Aber gerade deshalb halte ich es für so wichtig, nicht vorschnell bei einem einzelnen Symptom oder Laborwert stehen zu bleiben, sondern die gesamte Situation des Pferdes zu betrachten und herauszufinden, welche Faktoren wir tatsächlich beeinflussen können.

Denn häufig ist es nicht die eine große Veränderung, die den entscheidenden Unterschied macht, sondern das Zusammenspiel mehrerer Maßnahmen, die aufeinander abgestimmt werden müssen. Eine angepasste Fütterung kann beispielsweise eine wichtige Grundlage schaffen, wird aber möglicherweise nicht den gewünschten Erfolg bringen, wenn gleichzeitig das Übergewicht bestehen bleibt, die Bewegungsmöglichkeiten stark eingeschränkt sind oder eine weitere hormonelle Erkrankung die Insulinregulation beeinflusst. Umgekehrt kann auch ein gut durchdachtes Bewegungsprogramm nur dann sinnvoll umgesetzt werden, wenn das Pferd körperlich dazu in der Lage ist und beispielsweise keine akute Hufrehe vorliegt, bei der zusätzliche Belastung die geschädigten Hufstrukturen gefährden könnte.

Genau dieses Zusammenspiel ist für mich der entscheidende Punkt, wenn wir über eine langfristige Verbesserung der Stoffwechselgesundheit sprechen. Wir sollten nicht nur versuchen, den Insulinwert zu senken, sondern gleichzeitig verstehen, welche Bedingungen dazu beitragen, dass der Körper des Pferdes seine Insulinregulation wieder besser bewältigen kann.

Warum die vier Mosaiksteine bei Stoffwechselerkrankungen so wichtig sind

Wenn ich ein Pferd mit EMS, Insulindysregulation oder wiederkehrender Hufrehe betrachte, interessiert mich deshalb nicht ausschließlich, wie hoch der Insulinwert bei der letzten Blutuntersuchung war. Natürlich sind Laboruntersuchungen und eine sorgfältige tierärztliche Diagnostik unverzichtbar, weil sie uns helfen, die Stoffwechselsituation objektiv zu beurteilen und Veränderungen im Verlauf zu erkennen. Aber ein Laborwert allein erzählt uns noch nicht, wie dieses Pferd lebt, welche gesundheitlichen Belastungen möglicherweise bestehen und welche Möglichkeiten wir haben, seine Situation nachhaltig zu verbessern.

In meiner Arbeit bei Mosaikpferd betrachte ich deshalb vier Bereiche, die ich als die vier Mosaiksteine bezeichne: Fütterung, Haltung und Management, Bewegung sowie ganzheitliche Therapieansätze. Dabei geht es keineswegs darum, bei jedem Pferd alle vier Bereiche vollständig zu verändern, sondern zunächst einmal herauszufinden, welche Mosaiksteine bereits gut passen und an welcher Stelle möglicherweise etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Fütterung: Nicht nur den Zucker betrachten, sondern die gesamte Versorgung

Gerade bei Pferden mit Insulindysregulation konzentriert sich die Aufmerksamkeit häufig sehr stark auf den Zuckergehalt einzelner Futtermittel. Das ist grundsätzlich nachvollziehbar, denn die Aufnahme leicht verfügbarer Kohlenhydrate kann bei stoffwechselempfindlichen Pferden zu einer ausgeprägten Insulinantwort führen. Allerdings reicht es aus meiner Sicht nicht aus, lediglich einzelne Futtermittel auszutauschen oder möglichst zuckerarme Produkte auszuwählen, ohne gleichzeitig die gesamte Energie- und Nährstoffversorgung zu betrachten.

Entscheidend ist vielmehr, ob die Fütterung tatsächlich zum individuellen Bedarf des Pferdes passt, wie hoch die gesamte Energiezufuhr ist und ob möglicherweise bereits ein deutliches Übergewicht besteht. Gerade bei Pferden mit ausgeprägten Fettdepots kann eine sorgfältig geplante Gewichtsreduktion ein wichtiger Bestandteil des Stoffwechselmanagements sein, wobei natürlich darauf geachtet werden muss, dass die Raufutterversorgung ausreichend bleibt und keine gesundheitlich problematische Futterrestriktion entsteht.

Eine sinnvolle Fütterungsanpassung bedeutet deshalb nicht, das Pferd möglichst stark einzuschränken, sondern seine Versorgung so zu gestalten, dass sie zu seinem Stoffwechsel, seinem Körpergewicht und seiner gesamten gesundheitlichen Situation passt.

Haltung und Management: Welche Bedingungen prägen den Alltag des Pferdes?

Ein weiterer Bereich, der aus meiner Sicht häufig unterschätzt wird, ist das tägliche Management. Denn ein Pferd verbringt den größten Teil seines Lebens nicht während einer Trainingseinheit, sondern in seiner gewohnten Haltungsumgebung, und genau dort entstehen viele der Bedingungen, die seine Energieaufnahme, seine Bewegungsmöglichkeiten und sein allgemeines Wohlbefinden beeinflussen.

Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen, wie die Fütterung über den Tag verteilt ist, welche Möglichkeiten zur freien Bewegung bestehen, wie der Weidezugang geregelt wird und ob die gesamte Haltung zur gesundheitlichen Situation des Pferdes passt.

Gerade bei Pferden mit einer ausgeprägten Insulindysregulation kann es notwendig sein, das Weidemanagement deutlich anzupassen, weil selbst eine vermeintlich geringe Aufnahme zuckerreichen Grases bei empfindlichen Pferden eine erhebliche Insulinantwort auslösen kann. Gleichzeitig sollten wir aber auch darauf achten, dass die notwendigen Einschränkungen nicht dazu führen, dass andere grundlegende Bedürfnisse des Pferdes vollständig aus dem Blick geraten.

Es geht also nicht darum, das Pferd möglichst konsequent von allem fernzuhalten, was seinen Stoffwechsel belasten könnte, sondern darum, ein Management zu entwickeln, das sowohl die Erkrankung berücksichtigt als auch langfristig im Alltag umsetzbar ist.

Bewegung: Ein wichtiger Bestandteil des Stoffwechselmanagements, aber immer angepasst an das Pferd

Regelmäßige, geeignete Bewegung kann einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Stoffwechselsituation leisten, weil körperliche Aktivität unter anderem die Nutzung von Glukose durch die Muskulatur unterstützt und sich positiv auf die Insulinregulation auswirken kann.

Allerdings ist gerade bei Pferden mit Hufrehe eine sehr sorgfältige Unterscheidung notwendig. Ein Pferd, das sich in einem akuten Reheschub befindet oder dessen Hufstrukturen noch nicht ausreichend belastbar sind, darf selbstverständlich nicht einfach mehr bewegt werden, um seine Insulinwerte zu verbessern. Hier stehen zunächst die tierärztliche Behandlung, eine angemessene Schmerzkontrolle und der Schutz der geschädigten Hufstrukturen im Vordergrund.

Erst wenn die gesundheitliche Situation es zulässt und die behandelnden Fachleute eine entsprechende Belastung freigeben, kann Bewegung wieder schrittweise in das Management integriert werden. Dabei kommt es nicht darauf an, möglichst schnell möglichst viel zu trainieren, sondern die Bewegung so aufzubauen, dass sie zur körperlichen Belastbarkeit und zum aktuellen Trainingszustand des Pferdes passt.

Gerade bei übergewichtigen Pferden mit einer Insulindysregulation kann dieser Bereich langfristig eine wichtige Rolle spielen, wenn es gelingt, regelmäßige Bewegung sinnvoll in den Alltag einzubauen und gleichzeitig die übrigen Bedingungen entsprechend anzupassen.

Ganzheitliche Therapieansätze: Welche gesundheitlichen Zusammenhänge müssen zusätzlich berücksichtigt werden?

Neben Fütterung, Haltung und Bewegung schaue ich mir auch an, welche weiteren gesundheitlichen Faktoren die Stoffwechselsituation beeinflussen könnten und ob ergänzende therapeutische Maßnahmen sinnvoll sind.

Liegt beispielsweise zusätzlich eine PPID vor, muss diese Erkrankung tierärztlich berücksichtigt und gegebenenfalls behandelt werden. Bestehen Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen, die das notwendige Bewegungsmanagement erschweren, sollte auch diesen Problemen nachgegangen werden. Ebenso können die gesundheitliche Vorgeschichte, bereits durchlebte Reheschübe und andere bestehende Erkrankungen eine Rolle dabei spielen, welche Maßnahmen für das einzelne Pferd tatsächlich geeignet sind.

Ergänzende therapeutische Ansätze können dabei je nach Situation unterstützend eingesetzt werden, sollten aber immer fachlich begründet sein und die notwendige tierärztliche Diagnostik und Behandlung nicht ersetzen.

Für mich liegt der entscheidende Wert dieser Betrachtungsweise darin, dass wir nicht wahllos möglichst viele Maßnahmen miteinander kombinieren, sondern versuchen, die Zusammenhänge zu verstehen und genau dort anzusetzen, wo eine Veränderung für dieses Pferd sinnvoll sein könnte.

Was bedeutet das für Pferde, deren Insulinwerte trotz aller Bemühungen nicht sinken?

Gerade wenn du schon seit längerer Zeit versuchst, die Stoffwechselsituation deines Pferdes zu verbessern, kann es unglaublich frustrierend sein, wenn die gewünschten Veränderungen ausbleiben. Vielleicht hast du die Fütterung bereits mehrfach angepasst, verschiedene Empfehlungen umgesetzt und immer wieder Blutuntersuchungen durchführen lassen, nur um anschließend erneut mit auffälligen Insulinwerten konfrontiert zu werden.

In einer solchen Situation kann schnell das Gefühl entstehen, dass du einfach noch nicht genug getan hast oder irgendwo eine entscheidende Maßnahme übersehen haben musst. Dabei ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass Stoffwechselerkrankungen komplex sind und dass nicht jedes Pferd auf dieselben Veränderungen in gleicher Weise reagiert.

Wenn sich die Insulinwerte trotz eines sorgfältig abgestimmten Managements nicht ausreichend verbessern, sollte deshalb zunächst gemeinsam mit dem behandelnden Tierarzt überprüft werden, wie die bisherigen Werte erhoben wurden, ob die Untersuchungen unter vergleichbaren Bedingungen stattgefunden haben und ob möglicherweise weitere gesundheitliche Faktoren berücksichtigt werden müssen.

Auch die Frage, welche Veränderungen tatsächlich bereits umgesetzt wurden und wie das Pferd darauf reagiert hat, ist wichtig. Denn manchmal zeigt sich erst bei einer umfassenden Betrachtung, dass einzelne Maßnahmen zwar grundsätzlich sinnvoll waren, aber noch nicht ausreichend aufeinander abgestimmt wurden oder dass ein anderer gesundheitlicher Faktor bisher zu wenig Beachtung gefunden hat.

Und natürlich gibt es auch Pferde, bei denen trotz einer sehr sorgfältigen Betreuung weiterhin eine schwer kontrollierbare Insulindysregulation besteht. Gerade für solche Fälle können zusätzliche medikamentöse Möglichkeiten wie SGLT2-Hemmer interessant werden, sofern ihr Einsatz nach einer individuellen tierärztlichen Nutzen-Risiko-Abwägung vertretbar erscheint.

Dabei sollten wir allerdings nicht vergessen, dass eine solche Behandlung die grundlegenden Maßnahmen des Stoffwechselmanagements nicht überflüssig macht. Auch wenn die Insulinwerte unter einem Medikament deutlich sinken, bleiben Fütterung, Gewichtsmanagement, Haltung und geeignete Bewegung wichtige Bestandteile der langfristigen Betreuung.

Warum mir dieses Thema persönlich so wichtig ist

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn das eigene Pferd gesundheitliche Probleme hat und man verzweifelt nach Antworten sucht. Wenn man helfen möchte, sich intensiv informiert, unterschiedliche Empfehlungen bekommt und trotzdem irgendwann das Gefühl hat, dass man die eigentlichen Zusammenhänge noch nicht vollständig verstanden hat.

Gerade diese Erfahrungen haben mich dazu gebracht, mich über viele Jahre intensiv mit der Gesundheit von Pferden auseinanderzusetzen, verschiedene Ausbildungen im Tierbereich zu absolvieren und mein Wissen durch ein Studium weiter zu vertiefen. Ich wollte nicht nur verstehen, welche Behandlungsmöglichkeiten es für bestimmte Erkrankungen gibt, sondern vor allem, warum gesundheitliche Probleme überhaupt entstehen, welche Faktoren miteinander zusammenhängen und an welchen Stellen wir tatsächlich etwas verändern können.

Heute ist es meine Arbeit, Pferdemenschen genau bei diesen Fragen zu begleiten und gemeinsam mit ihnen herauszufinden, welche Zusammenhänge für die gesundheitliche Situation ihres Pferdes eine Rolle spielen könnten.

Dabei erlebe ich immer wieder, wie viel Unsicherheit entstehen kann, wenn man sich über längere Zeit ausschließlich mit einzelnen Symptomen beschäftigt, ohne dass die verschiedenen Informationen zu einem verständlichen Gesamtbild zusammengeführt werden.

Genau deshalb habe ich meine Mosaikstein-Methode entwickelt, bei der wir nicht nur auf eine Erkrankung oder einen auffälligen Laborwert schauen, sondern das gesamte Pferd mit seiner Vorgeschichte, seiner Fütterung, seiner Haltung, seinen Bewegungsmöglichkeiten und den infrage kommenden therapeutischen Ansätzen betrachten.

Mir geht es dabei nicht darum, grundsätzlich gegen Medikamente oder schulmedizinische Behandlungen zu argumentieren, denn gerade bei schweren Erkrankungen können diese unverzichtbar sein. Vielmehr möchte ich dazu beitragen, dass wir medizinische Möglichkeiten sinnvoll einordnen und gleichzeitig erkennen, welche Veränderungen wir im Alltag des Pferdes selbst beeinflussen können.

Besonders wichtig ist mir, dass Pferdemenschen nach unserer gemeinsamen Arbeit nicht einfach nur eine weitere Empfehlung erhalten haben, sondern besser verstehen, warum bestimmte Maßnahmen für ihr Pferd sinnvoll sein könnten und wie die verschiedenen Bereiche seiner Gesundheit miteinander zusammenhängen.

Denn je besser du dein Pferd verstehst, desto fundierter kannst du auch Entscheidungen für seine langfristige Gesundheit treffen.

Mein Fazit: Neue Medikamente können unterstützen, aber sie ersetzen nicht den Blick auf das ganze Pferd

Die bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen zu SGLT2-Hemmern zeigen, dass diese Medikamente bei vielen Pferden mit Insulindysregulation die Insulinwerte deutlich senken können. Gerade bei Pferden mit extrem hohen Insulinkonzentrationen und wiederkehrenden Reheschüben, deren Stoffwechselsituation sich trotz eines konsequenten Managements nicht ausreichend stabilisieren lässt, könnte dieser Behandlungsansatz deshalb eine interessante zusätzliche Möglichkeit darstellen.

Gleichzeitig müssen wir berücksichtigen, dass die langfristige Wirkung auf das tatsächliche Hufreherisiko bisher noch nicht ausreichend untersucht wurde und insbesondere die teilweise erheblichen Anstiege der Triglyzeride ein ernst zu nehmendes Risiko darstellen. Eine solche Behandlung gehört deshalb ausschließlich in die Hände eines entsprechend erfahrenen Tierarztes und erfordert eine sorgfältige individuelle Abwägung sowie regelmäßige Kontrollen.

Meine persönliche Einschätzung bleibt deshalb, dass SGLT2-Hemmer vor allem bei besonders schweren, bislang nur unzureichend kontrollierbaren Verläufen eine mögliche ergänzende Therapie darstellen könnten, während ich bei vielen anderen Pferden weiterhin großes Potenzial darin sehe, die beeinflussbaren Faktoren ihrer Stoffwechselgesundheit genauer zu betrachten und gezielt zu verändern.

Denn auch wenn es verständlich ist, dass wir uns gerade bei einem schwer erkrankten Pferd eine möglichst schnelle Lösung wünschen, sollten wir nicht vergessen, dass ein auffälliger Insulinwert immer im Zusammenhang mit der gesamten gesundheitlichen Situation des Pferdes betrachtet werden muss.

Ein Medikament kann einen Stoffwechselwert beeinflussen, aber es beantwortet nicht automatisch die Frage, warum dieser Wert überhaupt entstanden ist. Und genau diese Frage halte ich für entscheidend, wenn wir nicht nur kurzfristig eine Verbesserung erreichen, sondern die Gesundheit unseres Pferdes langfristig unterstützen möchten.

Vielleicht ist deshalb der wichtigste Gedanke, den ich dir aus diesem Artikel mitgeben möchte, dass du nicht jeder neuen Behandlungsmöglichkeit hinterherlaufen musst, um deinem Pferd bestmöglich zu helfen. Viel wichtiger ist es, seine individuelle Situation zu verstehen, die vorhandenen Möglichkeiten sorgfältig abzuwägen und gemeinsam mit den behandelnden Fachleuten herauszufinden, welche Maßnahmen tatsächlich zu deinem Pferd passen.

Wenn du bei deinem Pferd das Gefühl hast, dass trotz aller bisherigen Bemühungen noch nicht alle Zusammenhänge ausreichend betrachtet wurden, unterstütze ich dich gerne dabei, die einzelnen Mosaiksteine gemeinsam anzuschauen und herauszufinden, wo sinnvolle Veränderungen möglich sein könnten.

Denn genau dafür steht Mosaikpferd:

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Sarah Mittendorf · Mosaikpferd

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